… sollte dieses Jahr erstmals mit uns nach Lauchhammer brausen.
Ich hatte enormen Respekt vor diesem Termin, schließlich verfranste ich mich früher regelmäßig in den ausgedehnten Stadtteilen, und diesmal kamen zum fehlenden Navi und der Dunkelheit noch zig Baustellen dazu. Aber die Wegbeschreibung von den Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek war einsame Spitze – wie auch der tolle Sektempfang für die Besucher. Da konnte ja gar nichts mehr schief gehen … dachte ich zumindest.
Anfangs verlief auch alles wie geplant – ich las, wie Jacoff um sein Leben ritt, der Richter in den Brand geriet, der Bürgermeister hilflos die Einnahme seiner Stadt durch die Schweden mit ansehen und Jo den widerlichen Schwedentrunk kosten musste. Außerdem gefielen die zum Roman passenden Volksweisen den Zuhörern, wie auch die anschließende Diskussion über die großen Leiden im Dreißigjährigen Krieg (und die vergleichsweise harmlosen Beschwerlichkeiten von Autoren
)
Deshalb fühlte ich mich immer wohler, scherzte und schrieb fleißig Widmungen …
… gab gern mit auf den Weg, dass die Leser mich ins Mühlberg des 17. Jahrhunderts begleiten und die Abenteuer der Ratsherren mit erleben sollten.
Dumm nur, dass ich gerade den Krimi signierte – der vom Hoyerswerda des Jahres 1990 handelt, wo es weit und breit keine Ratsherren gab.

4 Kommentare
29. Dezember 2009 um 12:37
Julia
Mit anderen Worten: Du hast überaus geschicktes Marketing betrieben, indem du mit einem Cliffhanger in dem einen Buch die Notwendigkeit der Anschaffung des anderen Werkes verdeutlicht hast. Ich ziehe den Hut vor dieser Geschäftstüchtigkeit!
)
29. Dezember 2009 um 12:41
Nora Günther
Wow, danke für die Lorbeeren! (Dabei wollte ich doch nur von meinen Erlebnissen berichten
)
29. Dezember 2009 um 14:49
ladyschaft
Hat Dich denn irgendjemand später darauf angesprochen? Oder sind die Hoyerswerda-Krimis inzwischen gar ausverkauft?
29. Dezember 2009 um 16:55
Nora Günther
Oh, jaaa – mir wurde ganz schlecht, als der Stift bei der Unterschrift angekommen war und ich das Malheur bemerkte! Und ja, auch mit den Krimis wird es mittlerweile knapp – speziell an diesem Tag hätte ich keinen Ersatz gehabt und voller Entsetzen nahm ich dann das Angebot der Leserin an, die Widmung einfach zu korrigieren … und auch der Trost der Veranstalterin “Gerade solche Bücher werden später wertvoll!” baute mich nicht wirklich auf …