Vor ca. einem halben Jahr bekam ich eine überraschende Kontaktanfrage von einem algerischen Schriftsteller und Journalisten über seine französische Adresse.

Nicht, dass ich ausschließlich an einen Irrtum glaubte … aber ich wunderte mich zu dieser Zeit schon über eine Fremde aus Nashville, TN U.S.A., die mich wegen einer Wohnung im kleinen Uebigau in die Spur schickte.

Na, aber da ich schon immer meine Sprachkenntnisse auffrischen wollte, antwortete ich also auch diesem netten Mann und bekam einen Tag später seinen auf deutsch formulierten Fragebogen.

Da allerdings dort unter anderem meine Meinung zu den arabischen Revolutionen gefragt war, überwog wieder meine Skepsis …

Doch Rachid Filali, der Journalist, blieb hartnäckig und fragte nach drei Tagen ausgesucht energisch-höflich nach.

Also legte ich alles weg, woran ich gerade arbeitete, nahm mir den Fragebogen vor und beantwortete, warum ich mich mit der Geschichte beschäftige. Ob ich nur von und über Mächtige schreibe oder auch über Schwache und „marginale“, was ich jetzt lese und welches Buch die größten Auswirkungen auf mich hatte.

Er bedankte sich wieder ausgesprochen galant (hmm, das könnte man wirklich auch in diesem Land zur Pflicht machen ;-) ) – und schickte mir gestern das im Journal of Saudi-Arabien “Arabiyat International” (auf arabisch ;-) ) veröffentlichte Interview.

Ach wie gut, dass es Übersetzungsprogramme gibt. So konnte ich mich (erneut) an meinen Sätzen erfreuen … und nicht länger darüber grübeln, wie sie außerhalb des Landes auf mich gekommen sind.

Offenbar sind meine Gedanken doch von internationalem Interesse :-) .