Mein allerliebstes Netzwerk Textreff veranstaltet ja – wie bereits berichtet – eine Blogwichtelaktion. Und jetzt bin ich die Glückliche, die beschenkt wurde. Mit einem Gastbeitrag von McCoy, dem Liebling von Annette Lindstädt.

Danke Euch beiden für den wunderbaren Beitrag und die neuen Erkenntnisse durch die Terriersicht auf das Ausbuddeln teils vermoderter Dinge :-).

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ich habe nicht ganz verstanden, warum ich jetzt hier was reintippen soll. meine riesin hat mich darum gebeten, es hat irgendwas mit diesen anderen riesinnen  zu tun, mit denen sie immer so viel unternimmt. und jetzt schreiben sie sich gegenseitig in die blogs oder so. und da ich meine riesin ganz gern mag (schließlich öffnet sie unter anderem meine futterdosen, krabbelt mich und geht mit mir raus), mach ich’s halt.

also bin ich jetzt hier zu besuch bei nora, die gern in der vergangenheit gräbt und dicke papierstapel vollschreibt mit geschichten von früher. das finde ich ja gut, denn graben mag ich. ich habe – auch durch beobachten meiner eigenen riesin – festgestellt, dass es viele gemeinsamkeiten zwischen dem buddeln und dem schreiben gibt.

beim buddeln ist es so: meist überkommt mich die lust dazu am dollsten, wenn mir gerade langweilig ist und wir einfach nur so nebeneinander herlatschen. dann steigt mir plötzlich ein geruch in die nase, dem ich unbedingt nachgehen muss. die riesen nennen das, glaube ich, inspiration. übrigens gefällt mir, genau wie nora, altes vergrabenes am besten. vermoderte dinge haben schließlich das intensivste aroma.

und so wie die schreibenden riesinnen sich  auf die suche nach dem passenden aufhänger oder anfang machen, suche ich den perfekten startpunkt für meine buddelei. der muss sorgfältig gewählt werden, denn von ihm hängt nicht nur der grabeerfolg ab, sondern auch das glücksgefühl beim graben. finde ich zum beispiel den eingang zum mauseloch nicht, habe ich die ganze zeit diesen betörenden duft in der nase, komme aber dem kern (= der maus) nicht näher. und das kann sehr quälend sein.

hat man den anfang dann endlich gefunden, ist die buddelei – wie die schreiberei – einfach nur noch viel fleißarbeit. mal muss man in die tiefe gehen, mal flacher bohren. mal zähe brocken rausreißen, um sich gleich darauf wieder durch weiches zu wühlen. mal kurz innehalten und ein bisschen hecheln, damit es danach umso intensiver weitergeht.

unterm strich aber heißt es: dranbleiben, bis die pfoten wehtun. ist man dann irgendwann fertig, hat man eine schmutzige nase und ist glücklich.

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