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… der sollte folgendes Buch lesen:

„Solange ich atme, hoffe ich“ Verschollen im Himalaja. Eine Geschichte vom Überleben. (Oesch Verlag, ISBN 3-85833-274-7)

Gut, das Buch ist nicht neu, sogar schon etwas angejahrt – und offenbar nur noch gebraucht zu beziehen – aber es lohnt sich, Zeit zum Besorgen, Lesen und Nachdenken über die teils harschen Kritiken bei Amazon zu investieren.

Denn mir hat es gut gefallen.

Die Schilderung von einem verirrten Wanderer, der völlig unzureichend ausgerüstet war und mit schlimmsten Widrigkeiten zu kämpfen hatte – sich aber nicht ausgab, durchbiss und schließlich die Situation meisterte.

Natürlich nur mit Hilfe seiner energischen Schwester, die ebenfalls gegen alle Hemmnisse aufbegehrte, in kaum vorstellbarer Ärmlichkeit, einer zähen und fremdsprachigen Bürokratie ihren Vorstellungen folgte, mit selbstsüchtigen Personen auskommen musste und trotz immer zahlreicher gegebenen Ratschlägen zum Aufgeben das gerade nicht tat.

Und damit ihrem Bruder das Leben rettete.

Klar, auch ich habe mir an den Kopf gegriffen, wie man im winterlichen Himalaja mit Turnschuhen, ohne Streichhölzer und Proviant losziehen konnte … aber nicht nur diese Torheit erstaunte mich, sondern, was James Scott dann noch aus der verkorksten Situation rausholen konnte – und damit uns hier, die mit vergleichsweise läppischen Problemen konfrontiert sind, das Jammern zu verleiden …

Und wie dankbar die Aufgabe, wenn man das nur als Autor(in) in heutiger Zeit auf dem Papier zu organisieren braucht, um damit Heerscharen von Neugierigen anzulocken … in die Welt von Marktvogt, Wollwagen und Fleischbänken.

Denn ein Bekannter von mir, der Organisator eines solchen Festes, hat es da ungleich schwerer. Er telefoniert, faxt und mailt seit Monaten eifrig, um noch mehr bezaubernd gewandete Krämersleut aus Töpferey, Schusterey und Lederey zu finden, die ihre Waren

auf dem historischen Handwerkermarkt am 23. und 24. Juli 2011 in Elsterwerda

feilbieten und vielleicht sogar mit Fernhändlern wetteifern, die alles für den tapferen Rittersmann liefern können.

Oder den geneigten Käufer Gefilztes und Gewalktes, Loden und Felle vom Kürschner, Geschirre, Geschmeide und derbere Schmiedekunst erwerben lassen.

Inmitten von Spinnerinnen, Papierschöpferinnen, Seifensiederinnen, Bordürenweberinnen, Kerzenziehern, Besenbindern, Korbflechtern, Scherenschleifern, Gürtlern und Müllermännern … sogar Glasbläser könnten sich einfinden, wie die Schriftgelehrten die Kalligraphie auch ihre Kunst vorführen.

Und am tollsten wäre es dann mit dem zugehörigen Duft nach geräuchertem Fisch, gegrillten Würsten und Spanferkel, Brot und anderem Backwerk … beim Genuss von Starkbier, Würzwein, Met und anderen Trünken.

Macht es bitte möglich – erst durch Verbreiten dieses Aufrufs, dann durch Besuch des Festes.

Damit alle von recht vielen Künsten und Fertigkeiten fasziniert werden, meldet Euch bald, fragt bei mir nach den Kontaktdaten und unterstützt den Organisator auch mit Zusagen für künftige Märkte.

Erlebte ich besonders in Nürnberg und dann noch mal in Leipzig, als ich mich nach dem anregenden Autorentreffen für die Heimreise ins beschauliche Elbe-Elster-Gebiet vorbereitete.

Denn ich entschied mich spontan zu einem Kino-Besuch in der Großstadt – da ein Pulk von Jugendlichen mir am Eingang signalisierte, dass die Abendveranstaltung noch nicht angefangen hatte … aber die unerwartete Ausstattung in diesem unterirdischen Areal mit Großleinwand für die letzten Fußballergebnisse, Zentralbar und Restaurants, zig Verkaufsstellen für spanische Spezialitäten und asiatische Küche, dazu Telefonzellen, Rampen und Treppen, Sitznischen und Werbebanner und 21 Kino-Säle überstieg dann doch die Erwartungen einer Kleinstädterin.

Ich entschied mich – schier erschlagen von den Wahlmöglichkeiten – schlussendlich für „Kampf der Titanen“ in 3D, wählte auf dem Display meinen Wunschsitz, hielt die Karte an den elektronischen Türwächter, ließ mich zur Medusa entführen … und verlief mich (wegen des falsch gewählten Ausgangs) prompt auf der Rückkehr zur Unterkunft, bestaunte die munteren Massen auf den Plätzen und beneidete deren Möglichkeiten, auf der Straße gegen Mitternacht noch knusprigen Döner und leckere Eissorten kaufen zu können …

Aber bis zur Abfahrt in unsere Gegend hatte ich mich wieder von den Überraschungen erholt, genoss die Ruhe auf dem Bahnsteig und kam mit einer älteren Dame ins Gespräch. Natürlich über das Wetter ;-) . Wir stellten zunächst fest, dass wir auf denselben Zug warteten … dann, dass wir auch denselben Zielbahnhof hatten, beide innerhalb von 9 Minuten denselben Schienenersatzverkehr erreichen mussten … und an derselben Haltestelle (die mit der Birke in der Bahnsteigfuge ;-) ) aussteigen würden.

Durch meine leidvollen Erfahrungen mit der Bahn bot ich daher natürlich der 85-Jährigen an, in Leipzig mit ihrem Koffer vorzustürmen und sie im Bus anzukündigen … doch leider hätte es nichts genutzt. Denn der ICE wartete bereits in Nürnberg auf Anschlussreisende, holte die Verspätung nicht mehr auf. Und ich fing an zu mosern, brachte den leicht genervten Zugbegleiter dazu, uns den Anschluss zum SEV-Bus zu organisieren … und freute mich mit der Dame und weiteren Reisenden über zwei Servicemitarbeiter der Bahn, die uns mit Funkgeräten zum wartenden Bus lotsten … und die ununterbrochene Weiterreise ermöglichten.

Welche Überraschung!

meinte Christine, als wir uns beim Nürnberger Autorentreffen über Schreibhindernisse austauschten, und über Blockaden und Ablehnungen, Selbstzweifel und das Hallelujah-Gefühl bei gelungenen Kapiteln.

Der Erfahrungsaustausch war ja neben Wiedersehen und Kennenlernen der Sinn der Sache und mir lief „heuer“ eine mörderische Schwester über den Weg, dazu eine Namensvetterin aus dem Norden und eine Bekannte mit Ost-Wurzeln, ich sah ebenfalls ein 8 Wochen altes Baby und einen 12 Jahre alten Hund unter den rund 70 Teilnehmern, welche die Veranstalterin alle mit Namen begrüßte, obwohl die wenigsten eine Homepage mit Fotos hatten, die meisten nie in den Medien waren, man sich auch nur einmal im Jahr traf. Wie machte Ursula das bloß?

Ich habe es auch bei diesem, meinem dritten Treffen nicht herausgefunden. Bei dem ich zugegebenermaßen nicht mehr viel Neues lernte, immerhin wusste ich ja längst, wie man glaubwürdige Protagonisten erschuf, wie die Spannung in den Krimi kommt, was ich bei einer Lesung nie sagen würde und welche verblüffenden Fragen aus dem Publikum kommen könnten.

Diesmal interessierte ich mich hauptsächlich für das Drehbuch – schließlich wurde ich in letzter Zeit wieder häufiger von begeisterten „Sturm der Verdammnis“-Lesern auf eine Verfilmung ihres geliebten Stoffes angesprochen. Nun wusste ich schon für die Erstellung des damaligen Fernsehbeitrages für zibb im rbb, wie schwierig es sein kann, einen packenden Dialog für 20 Sekunden auszuwählen und glaubhaft rüberbringen zu lassen und die Kulisse mit Schloss, Pferden, Ratsherren, beschäftigten Mägden und Bütteln, wandelnden Damen und Herren in ihren historischen Bekleidungen bereitzustellen, alles nicht allzu laienhaft aussehen zu lassen – und ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie teuer eine Filmproduktion werden kann. Schließlich steckten schon damals für den 3 Minuten-Beitrag an 4 Drehorten mehr als 6 Stunden Arbeit von Moderatorin, Kamerateam und Darstellern drin.

Und der vortragende Drehbuchautor Oliver Pautsch bestätigte dann auch, dass es wie im Literaturbetrieb zugeht. Man sich permanent anbieten und Kontakte knüpfen, um Fördermittel buhlen und unzählige Konkurrenten verdrängen muss und vierstellige Summen schon für Kurzfilme von 15 Minuten aufgetrieben werden müssen, in denen 1 Woche Arbeit stecken kann. Auch, wenn die 2 Darsteller umsonst arbeiten und nur ein Häuschen als Kulisse gebraucht wird …

Ooch, wieder ein Zahn gezogen.

Na, wenigstens war es dann beim Mittagessen erfrischender. Einer ohne Punkt und Komma redenden Teilnehmerin zuzuhören, die ihrem Nebenmann genau erklärte, wie er zum Erfolg kommen könnte. Ich wurde allerdings stutzig, als sie von den Verlagen sprach und deren Zugeständnissen hinsichtlich Abgabetermin und Honorarzahlungen … und ich lehnte mich milde lächelnd zurück, widmete mich wieder meinem Schnitzel … da die eifrige Dame das Wunder nicht selbst erlebt hatte, nur vom Hörensagen ihrer Freundin berichtete.

Also ist weiterhin Kämpfen und Leiden angesagt, Durchsetzen und Dranbleiben, um irgendwann den (vom ebenfalls im Bildungszentrum referierenden PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick) erwähnten Adelsschlag zu erhalten, einmal im Leben in den Drehständer von Edeka zu kommen.

Auch, wenn ich dafür zunächst über bellende Papageien schreiben muss.

… suchte mir für die Fahrt zum Autorentreffen in Nürnberg einen früheren Zug heraus, wollte schließlich nicht wieder durch eine ausgefallene Bahn festsitzen.

Zwar klappte es mit der zeitigeren Abfahrt nicht wegen unerwarteter Telefonate, wichtiger Schreiben und dringender Buchlieferungen, doch immerhin war ich so 90 Minuten vor Abfahrt des regulären Zuges am Bahnhof, freute mich durch das Verpassen des anvisierten Regionalexpresses über die offensichtliche Fahrplantreue bei der Deutschen Bahn. Und ich hatte genug Zeit übrig, um am Schaukasten alle ausgehangenen Änderungen zu studieren, einen eventuellen Schienenersatzverkehr abzufangen, die Schalter-Dame wegen unter Umständen aufgetretener Probleme energisch zu befragen. Es gab keine. Also konnte auch ihr zweiflerisches „Sie werden in Leipzig Ihren Anschluss bestimmt nicht schaffen, also sollten Sie …“ nichts an meinem guten Gefühl ändern.

Ich setzte mich in die Sonne, betrachtete die kleine Birke in der Bahnsteigfuge, die sich im milden Wind wiegte … und wartete entspannt. Bis mein Umsteigzeitpuffer abgeschmolzen war. Und es kam kein Zug. Auch keine Durchsage. Richtiges Bahnsteigpersonal gab es wie Anzeigentafeln schon längst nicht mehr – und die Schalter-Dame hatte bereits Mittagspause.

Warum erschien mein Zug nicht? Was war schuld? Wieder ein Oberleitungsschaden? Böschungsbrand? Personenschaden (Synonym für Selbstmörder)? Lokführerstreik? Bombenfund? Nein, diesmal lag am Pendeln, mit einer sich aufschaukelnden Verspätung. Erklärte später der freundliche Zugbegleiter, der mich auch nicht beschwindeln wollte, um seine Ruhe zu haben und nicht daran glaubte, dass der ICE warten würde – selbst, wenn er mich anmelden würde.

Ich hoffte dennoch – schließlich reiste ich mit Zugbindung (wie mir inzwischen klar war ;-) ) – und sprang aus dem „Hier endet der“-Regionalexpress, hüpfte über Schotter und Grasballen zum Schienenersatzverkehr, begeisterte mich an der grünen Welle, verließ den Bus als erste, rannte allen davon, wuchtete mich und mein Gepäck schlussendlich über die Dutzenden Stufen und quer durch die Halle … um dann doch nur auf einen leeren Bahnsteig starren zu können.

Durfte ich also wieder die Stufen runter, beim Reisezentrum eine Wartenummer ziehen, meinen Frust weitere 20 Minuten pflegen und dann der Dame dort lang und breit erklären, dass mein gebuchter „Sitzplatz am Fenster mit Tisch, Nichtraucher und Handy“ nicht durch meine Schuld leer geblieben war. Zwar wurde mir geglaubt und erlaubt, ohne Zugbindung weiterzureisen, doch schließlich könne mir in der nächsten Bahn (für 197 Minuten Reisezeit!) kein Sitzplatz hergezaubert werden!

Tja, was sagt uns das? Prüfe vorher, wer sich bindet (ob sich nicht doch was besseres findet ;-) ).

Das kann passieren, wenn frau eine Weile nicht ins Wendland-Fach schaut. „Wendland“ – ein Synonym für Texttreff-Jahrestreffen und Textinen-Weiterbildung in genialen Workshops … und nach dem 2009er Startschuss bereits nach 11 Minuten ausgebucht.

Für das 2010er Treffen klebten dann auch die meisten Interessierten vor dem PC, lauerten auf das Passwort für die Anmeldung und schossen ihre Mails ab. Ich tat das dummerweise nicht, hab irgendwie getrieft und musste von meiner Bayern-Petra erst angerufen und aufgescheucht werden.

Das brachte mir in Minute 6 nach dem Anpfiff Platz 66 auf der Liste – doch ins Wendland können nur 50 Textinen. Für die Fortbildung in Sachen Marketing und Management, Kreativität und Gestaltung, Entlastung und Erholung … Glücklicherweise wurde dieses Jahr aber aufgestockt – für insgesamt 66 bildungshungrige, wortgewaltige Frauen. Jep! Ich konnte also Bahnfahrt und Bürobesetzung, Familienbefriedigung und Hundesitten planen, mich mit jeder neuen Mail mehr auf die Textinen freuen – und wurde nicht enttäuscht.

Ich wohnte in einem gemütlichen Zimmer, lernte von Heide viel über Verhandlungsspielräume, von Sabine eine Menge über Nischenvermarktung, bekam von Tanja einige Forschungsansätze erklärt und von Annette die Überlebensstrategien im Heimbüro, während sich Ewa, Heide-Ilka und Snez auch um meine Entspannung kümmerten. Ich konnte in der Proitzer Mühle Stille und Natur, Ingwertee und Biowein sowie die von den Österreichern spendierte handgeschöpfte “Gojibeeren in Sesamnougat”-Schokolade genießen, mehrmals täglich ein reichhaltiges Mühlen-Büffet plündern, mit drei Petras über Krimis fachsimpeln, mir von Britta unkompliziert-wirkungsvolle Schminktipps abschauen, mit zwei Birgits, Biggi, Michaela und Martina, zwei Sabines, Dawn und Dagmar zeitweise gleichzeitig herzhaft lachen und mich mit Yvonne aus München über kulinarische Highlights austauschen, mir von Julia ihren inneren Buchhalter zeigen lassen, dagegen der Heike aus Kölle die Glanzpunkte von Prestewitz nahe bringen, mit Eva den australischen Kookaburra besingen und gemeinsam mit Barbara in die Verhandlung mit unseren Persönlichkeitsanteilen starten … und mitgebrachte Hunde kraulen.

Einer davon kam mir seltsam bekannt vor und ich startete verblüfft die Befragung: „Ist das ein Labrador?“ – „Ja.“ – „Gemischt mit Border Collie?“ (Nicht, dass ich inzwischen zum Kreuzungsspezialisten mutiert wäre, aber das weiße Lätzchen des Hundes war wie das von unserem Nero … und nachgelaufen konnte mir mein Schnuckelchen ja nicht sein ;-) ) Als das auch noch von Frauchen Janine bejaht wurde, fehlte eigentlich nur noch die Frage nach dem Namen.

Es handelte sich bei dem Hübschen zu meinen Füßen um Neo … aus Frankfurt am Main. Und wie die fünf Dutzend stimmgewaltiger Frauen in den von Organine Momo nach Mensa, Frischfleisch, Kuschelraum, Seeblick und Saunaglück benannten Seminarräumen nicht mehr wegzudenken.

Doch leider musste irgendwann die Heimreise angetreten werden – und im Pulk mit den Leipzigerrinnen enterten wir den Zug in Schnega, drängelten uns schwatzend durch eine einzige Tür, veranlassten dadurch die Zugbegleiterin zu der Frage: „Sind Sie ein Wochenendticket mit Einzelfahrschein?“

Nee, wir waren nur sechs übermüdete, berauschte, heisere Textinen auf dem Weg zu unseren heimischen, überquellenden Mailfachs.

Und zwar wie geplant mit der Bahn. Zu meinem Weiterbildungstermin im Wendland, über Berlin, Stendal und Schnega.

Ich stand also vorfreudig mit Koffer und Rucksack und gut gefüllter Tasche am Bahnsteig – um 6 Minuten vor Abfahrtszeit zu hören, dass der Zug wegen Bauarbeiten ausfällt und der Schienenersatz-Bus vor 30 Minuten gefahren war. Ich glaubte, mich verhört zu haben, wuchtete mein Gepäck die 40 Stufen zurück zum Schalter und bekam zu hören: „Lassen Sie Ihren Frust nicht hier aus! Sie haben Ihre Fahrkarte ja nicht bei mir gekauft, sondern aus dem Internet!“

Und dann erläuterte sie mir meinen Anteil an der Schuld. Schließlich waren die Fahrplan-Änderungen sichtbar am Schaukasten angebracht (und für die Nicht-Information im Online-Auftritt der Bahn könne sie ja nichts.) Sie hatte recht, ich hätte wirklich am Schaukasten genauer schauen können – dann wäre mir der plötzlich nach Berlin ausfallende Zug unter der Überschrift Luckau-Walddrehna in 2 Millimeter-Schriftgröße auf dem bunten A3-Blatt auch aufgefallen. Na ja.

Wenigstens gab mir die Dame noch den Tipp, es beim bald passierenden Vogtland-Express zu versuchen und dann mit der S7 die Lücke zwischen Alexanderplatz (mit 3 Minuten Zeit für 80 Stufen) und Hauptbahnhof zu überbrücken … Ich wollte es wagen und ächzte zunächst über die 40 Stufen mit Koffer, Rucksack und Tasche zum Hochsteig zurück.

Und es stimmte, da kam die Konkurrenz – wo Fahrkarte und BahnCard nicht galten. Ich stieg (weil ich eben zum gebuchten ICE und meiner bestellten Mitfahrgelegenheit wollte) dennoch ein, und wunderte mich auch nicht lange darüber, dass der Vogtland-Express durch die Baustelle offensichtlich nicht beeinträchtigt war und neben gepflegten Waggons, Snacks und 1,10 €-Getränken, Willkommen-Bonbons und der Möglichkeit, mit dem Triebwagenführer zu sprechen, auch eine nette Zugbegleiterin hatte. Eine, die mir keinen Zuschlag abknöpfte und einer anderen Reisenden sogar das Gepäck hinterher trug.

Man kann also doch noch entspannt verreisen.

Als Hindernis fügen wir noch „Wohnort in der Provinz“ mit fehlendem Reisezentrum und vernagelten Bahnhofsgebäuden und tagsüber oft unbesetzten Schaltern in den Nachbarstädten hinzu. Aber es gibt ja das WWW und zum Glück kämpfen sich selbst hier die Daten tröpfchenweise durch die Leitungen, so dass Online-Buchungen kein Problem darstellen (wenn man darauf steht, einen Nachmittag im Netz zu verbringen, um 2 läppische Fahrkarten zu kaufen).

Interessant wird die Sache aber, wenn man gemäß Kleingedrucktem der DB Bahn eine Ehepartner-Zusatzkarte zur BahnCard bestellen möchte. Das geht nämlich nur, wenn eine Kinderkarte mitbestellt wird (damit doppelter Preis, versteht sich).

Doch dafür reicht dann aber logischerweise ein Nachmittag nicht mehr aus. Denn man fliegt – nach erfolgreicher Durchleuchtung und Benutzerkonto-Einrichtung – „zur eigenen Sicherheit“ immer wieder aus dem System, wenn die zahlreichen, ebenfalls kleingedruckten Zusatzbedingungen und Voraussetzungen gelesen werden … nennt sich auch Zeitüberschreitung.

Ist diese Hürde endlich gemeistert … findet man heraus, dass für die gewünschten Servicekarten erst Fotos und Nachweise hochgeladen werden müssen. Also Scanner angeschlossen und Passbilder, Stammbaum und Personalausweis gesucht, eingescannt und im gewünschten Format gespeichert (jetzt sind wir schon beim nächsten Arbeitstag angekommen ;-) ).

Und dann wird wieder (nee, nicht in die Hände gespuckt) angemeldet, ausgefüllt, hochgeladen … nur um plötzlich festzustellen, dass BahnCard-Nutzer ihre Zusatzkarten doch nur in Verbindung mit einer neuen Hauptkarte bestellen können.

Tja, ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon gesehen, dass frisch-fröhlich weitere 57,00 € gefordert wurden … aber als alte Computer-Tante noch gedacht, dass durch die Eingabe der BahnCard-Nummer (und möglichem Abgleich mit der Geltungsdauer ;-) ) die sinnlose Forderung nach einer doppelten Gebühr ausgehebelt werden würde. Da hatte ich aber wohl die Programmierer überschätzt.

Und was bleibt dann übrig, wenn die böse Technik keine zufriedenstellenden Schaltflächen mehr bietet? Genau, eine kostenpflichtige Telefonnummer.

Damit man den Satz hört: „Darauf habe ich keinen Zugriff, wenden Sie sich bitte an …“ Richtig, wieder an eine kostenpflichtige Nummer. Mit einer jungen Dame dran, die erst „Hier sind Sie falsch!“ ausrief und dann entsetzt fragte: „Denken Sie, dass Sie die BahnCard kostenfrei bekommen?“ (Damit keine Missverständnisse aufkommen: ich kann mich im Allgemeinen verständlich ausdrücken und hatte auch eine der deutschen Sprache mächtigen Mitarbeiterin am Apparat.) Nein, ich dachte nicht, dass ich bei der Bahn etwas umsonst bekäme – hatte jedoch auch keine Lust, auf meine Kosten den Vorgang noch einmal zu erzählen … tat es allerdings gezwungenermaßen und zähneknirschend, um dann zu vernehmen: „Darauf habe ich keinen Zugriff.“

So, nun werde ich also in die 17 km entfernte Stadt zum nächsten Schalter fahren, dort meinen Wunsch vortragen und mich beeilen müssen (denn die schließen heute schon um 16.15 Uhr).

Die Bahn macht wirklich mobil.

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