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… hatte Evelin Heimann vom Romanverlag mit ihren 100 Lesungen an 100 Orten gehabt, zu absolvieren an 100 Tagen.

Logisch, dass eine solch hervorstechende Eingebung gewürdigt werden müsste.

Nicht nur von den unermüdlichen Bibliothekarinnen, eindrucksvoll auf dem Markt kämpfenden BuchhändlerInnen und anderen fleißigen Veranstaltern, welche der bewundernswert amüsant und effektvoll vortragenden Frau Heimann die Bühne boten. Für die Vorstellung einer hervorragend geschriebenen, detailreichen, witzigen und sprachlich ausgefeilten Krimikomödie … der Bereitstellung von Getränken und eines geschmackvollen Büfetts in heimeliger Atmosphäre zur Abschlussveranstaltung im eigenen Ort hätte es dann gar nicht mehr bedurft.

Dachte ich, denn schließlich hatte sie auch das Interesse des Bürgermeisters geweckt, eine wirksame Werbemaschinerie in Gang gesetzt – und die Qualität von Autorin und Werk sprach eh’ für sich.

Doch dann … saßen zwar bei der Veranstaltung relativ viele Besucher, aber es waren hauptsächlich die „üblichen Verdächtigen“. Ich vermisste dagegen sich drängelnde Medienvertreter, vor allem die regionalen Fernsehmacher (im Nachbarkreis war eine Sendung möglich gewesen ;-) ), die geballte Stadtverwaltung, potentielle Sponsoren ;-) und auch die Lehrer, die die Kinder immer zum Lesen mahnen.

Warum kamen die nicht, opferten ihre Freizeit für einen Kunstgenuss? Was hätte Frau Heimann besser machen können, um sie zu ködern?

Vielleicht hätte sie mit ihren Werken eher einem Trend folgen sollen? Sich als Trittbrettfahrerin beispielsweise auf den Siegeszug der Vampire aufzuschwingen? So wie die als jung angepriesene, in einem sehr großen Publikumsverlag verlegte und in mehreren Ländern vertretene Autorin, die zwar über Begebenheiten im London des 19. Jahrhunderts schrieb, ihren Roman aber nur mit „raffte sie die Röcke“, „setzte sich in die Kutsche“, „puderte sich die Nase“ geschichtlich anreicherte? Dazu aber Unmengen teils englischer Zitate einflocht, auch „doof“ mit „indigniert“ kombinierte, den Großvater mit dem Vater trotz Lektorat verwechselte und manche Handlungen komplett unterschlug? (Dazu erinnerte mich, der zum Fan vom blutsaugenden Edward mutierten, schon ziemlich alten Frau in dem „Werk“ auch viel zu viel an die gelungene Leistung von Stephenie Meyer, die wenigstens aus einem düsteren Mysterium eine höchst begehrenswerte Sache schaffen und die Spannung über Hunderte Seiten hinweg halten konnte …)

Hmm … vielleicht hätte aber Frau Heimann auch den Weg der Provokation gehen sollen? Nicht gerade über feuchte Gebiete und das Ekelzeugs in einfacher Sprache zu schreiben … aber sich vielleicht bei anderen Leuten zu bedienen, über die Quellen zu schweigen und die so gefundenen Entsetzlichkeiten als die ihrigen zu verkaufen – und beim Erwischen das von ihrem großen Publikumsverlag als Vorwand nehmen zu lassen, eine neue Auflage mit dem Quellenverzeichnis auf den Markt zu werfen … und damit in die Vorauswahl für eine respektable Ehrung zu kommen …

Anstatt wie unsereins geschäftsuntüchtig akribisch zu recherchieren, mit Herzblut zu schreiben, mit gnadenloser Verbissenheit für höheren Lesegenuss alles wieder zig Mal umzuschreiben?

Sich dann um die wenigen Lesungstermine mit unzähligen Konkurrenten und einem noch geringeren Budget für die Honorare zu ringen, bei Erfolg danach genauestens auf eine Veranstaltung vorzubereiten, Einladungen zu verschicken, die Presse zu mobilisieren zu versuchen, Bücher zu schleppen, auf Verkäufe und breite Resonanz zu hoffen … dafür sogar ein Büffet mit belegten Broten, Unmengen Früchten, Schnitzel, Lende und Leber auffahren zu lassen?

Während die bescheiden formulierenden, vorwiegend niedere Instinkte befriedigenden Autorinnen Bestseller landen, übersetzt werden, Geburtstagsfeiern unter höchster Mediendichte im angesagtesten Club organisiert bekommen?

Was für ein Wahnsinn … und das im Land der Dichter und Denker.

… sangen wir heute zwar nicht auf dem eröffneten Uebigauer Weihnachtsmarkt … aber ich hatte sie dennoch, fieberte fast dem dort vereinbarten Treffen mit Carmen Lademann, der Gästeführerin und Vorsitzenden vom Heimatverein, entgegen – und der Übergabe des von ihr für mich genähten, kuschelig warmen Wintermantels im Mittelalter-Look.

Da kann ich jetzt beruhigt und voller Freude dem nächsten, historischen Weihnachtsmarkt am 12. und 13. Dezember in Strehla entgegensehen, wo ich den dortigen Besuchern neben unseren Romanen noch allerhand freudige Überraschungen anbieten werden kann …

… und dabei sicher nicht frieren werde … trotz des darunter zu tragenden, aufreizenden ;-) , zeitgenössisch-luftigen Kleides – erworben von Silvia Tapp bei Gargoyle´s fantasy & more.

Also, Mädels: ein Einkauf bei Carmen und Silvia lohnt sich für euch allemal – und ich garantiere, dass es dabei nicht nur freudig, sondern regelrecht spaßig zugehen wird.

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