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fauchte mich der Besitzer des Schäferhundes an, während er an mir vorbei zu unseren Hunden rannte.
Zugegeben, ich bläkte wie eine Irre. Ich war hysterisch, heulte und brüllte, was das Zeug hielt – weil (durch die OP an meinem Sohn ohnehin die Nerven blank lagen und) ich nicht verkraftete, was sich gerade vor meinen Augen abspielte.
Dabei haben wir, meine Tochter und ich, unseren zweijährigen, hübschen Nero nur Gassi gehen lassen wollen.
Doch plötzlich sprang ein riesiger Schäferhund aus einem Gehöft, setzte über die Straße und sprang lautlos auf Nero, verbiss sich in seinen Nacken, in die Flanke und zerrte an unserem angeleinten Labradormischling herum.
(Später haben wir dann entdeckt, dass sich das Blut über eine Strecke von zehn Metern verteilte.)
Nero hatte keine Chance – weder mit dem wahnsinnigen Gebrülle von mir noch mit dem Ziehen von der geschockten Tochter.
Der Schäferhund hatte sich nun Neros Kopf geschnappt und behielt das Ohr in seinem Maul, während sein von mir herbei gezetertes Herrchen mit immer unwilligeren Kommandos an ihm selbst zerrte.
Mittlerweile waren wir, ein schwarzer Hund und wir in schwarzen Jacken, alle auf der Straße, im Dunkeln. Es hätte nur ein Auto kommen müssen … Irgendwann schaffte es aber der kräftige Besitzer, seinen kräftigen Hund von uns zu trennen – während Nero angstvoll auf der Straße liegen blieb – und wir uns heulend und schreiend über ihn beugten, mit zitternden Händen vergeblich versuchten, die abgestreifte Leine wieder anzulegen.
Zum Glück kam immer noch kein Auto … so dass der Besitzer Zeit genug hatte, mir das Verhalten von Rüden gönnerhaft zu erklären und mir wegen unserer angeblich schwachen Leine und unserem starken, ungezogenen Hund anmaßend zu kommen.
Ich hätte da gern von neuem gebläkt, konnte aber nicht mehr.
Ich kann es auch jetzt nicht mehr. Seit den letzten beiden Tagen gehe ich schweigend und schlotternd Gassi – immer mit furchtsamen Blicken auf die Gehöfte gerichtet, denn es könnte ja wieder ein Schäferhund angesprungen kommen.
Oder andere imposante Rüden.
So wie damals der interessierte Husky im Wald, das exotische, wilde Vieh in Terriergröße auf dem Weg oder der Boxer, der sogar bis auf unser Grundstück sprang, um Konkurrenz Nero das Fürchten zu lehren …
Hoffentlich kann ich dann, wenn es passiert, wieder laut bläken.
Heulte neulich unsere Große, weil Nero das erste Mal sein Bein gehoben, einen Laternenpfahl markiert hatte.
Ich kann das nur bedingt bestätigen, da immer noch keiner vor seinen jugendlich-ungestümen Annäherungen (damit meine ich das mit einem Affenzahn heranstürmende Riesentier mit angelegten Ohren, heraushängender Zunge und blitzenden Reißzähnen) sicher ist. Weder Nachbars Katze noch ahnungslose Spaziergänger.
Deshalb mussten wir uns schnellstens etwas überlegen, eine wirksame Sperre besorgen – und gefunden haben wir sie bei PetSafe, den Super Radio Fence, einen in stundenlanger, mühsamer Kleinarbeit
zu vergrabenden Radiozaun. Ursprünglich betrachtete unser Kaiser den Draht als Spielzeug
und das Schuften der Familie als Kino-Vorführung.
Er ignorierte bei den Testläufen auch gekonnt die immer mahnender erschallenden Warntöne
– zumindest bis zu dem Tag, als der Strom kurz zuschlug.
Mir tat es mehr weh als ihm – aber da der Zweck die Mittel (manchmal) heiligt …
Jedenfalls bleibt er seitdem respektvoll der Ausfahrt fern (anfangs wagte er sich nicht mal aus dem Haus), jagt nun keine Radfahrer mehr, nötigt kein Auto zur Vollbremsung (und straft uns mit Abscheu, wenn wir uns mit dem Empfänger nähern). Er kann auch nicht mehr die auf der Mauer provozierende Katze zähmen, seinen Boxerfreund von gegenüber besuchen.
Wie gut. Denn es ist ja (wie ich mittlerweile erfuhr) eine Boxerin … und ganz in der Nähe gibt es noch zwei Labrador-Weibchen …
… und haben nun die Qual der Wahl. Soll es dieser kleine Günther sein? (Witzigerweise heißen die Züchter aus Zieckau bei Luckau nämlich wie wir … und schon haben wir über die Ahnenforschung neuen Gesprächsstoff.)

Oder entscheiden wir uns doch lieber für einen der Racker aus der Zucht von Frau John (in Werben bei Cottbus)? Gut sahen die Tiere auf jeden Fall aus in ihren geräumigen und sauberen Zwingern. Wir konnten uns kaum loseisen. Die Kinder nicht von den Labradoren und Maine Coon-Katzen und ich mich nicht von dem enormen Fachwissen der Frau.

Labradorwelpe
Absolut empfehlenswert.




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